die bayerische verwandtschaft


Im Jahr 1779 kam Österreich zum Innviertel – oder war es doch umgekehrt? Ihr gut ausgeprägtes Selbstbewusstsein bewahrt die Innviertler nicht davor, ein wenig mit der Geschichte zu hadern. Denn wäre es nur ein bisschen anders gelaufen, wäre man heute noch ein Teil von Bayern. Aber es kam halt so: Mit Maximilian III. Joseph starb die bayerische Linie der Wittelsbacher aus und als Ergebnis des darauffolgenden Bayerischen Erbfolgekrieges wurde das Innviertel österreichisch.

Das Handfeste, das Direkte, der Dialekt, die Sicht auf Gott und die Welt – das verbindet die Innviertler auch heute noch mit den Bayern. Man schaut den Bayerischen Rundfunk, fährt nach „Minga“ und erfreut sich an der niederbayerischen Mundart. Selbst dann, wenn man umgekehrt ein wenig abschätzig als „Estarreicha“ bezeichnet wird.

Bei einem gut eingeschenkten Bier kann man das bayerische Erbe auch erschmecken. Hier haben sich die Innviertler allerdings recht mutig weiterentwickelt: Man braut in bester bayerischer Tradition, geht aber eigene Wege. Und dann kann es doch glatt passieren, dass ein Innviertler Weißbier die schäumende Konkurrenz aus Bayern auf die Plätze verweist …

Statt zu trennen verbindet der Inn das Innviertel mit Bayern. Im Bild: Pram-Mündung.
(Foto: Aberpram cc-Lizenz)